Jetzt beginnt die Zeit wo man früh im Dunklen aufsteht und im Dunklen...naja fast im Dunklen heimkommt. Wobei es heute eher grau ist. So richtig Grau...schon den ganzen Tag.

Eine zähe, trübe Suppe, die sich über die Stadt legt. Der Nebel hinterlässt einen feinen, feuchten Film auf der Haut und jedes Geräusch erscheint weit weg... Kalt ist es auch. Die Wolken hängen tief, der Wind reißt sie in Fetzen und weht sie durch die Weinberge.  Die wenigen goldgelben Blätter, die noch an den kahlen Ästen hängen, sind die einzigen farbigen Lichtpunkte. Zumindest draußen. Das ist nicht mehr der goldene Herbst, sondern eine fast unwirkliche, ungemütliche Zeit. Zumindest draußen. Doch schauen wir rein in unsere Häuser, Wohnungen, Zimmer. Wohlige Wärme empfängt uns, ein sanfter, weicher Lichtschimmer, vielleicht das Flackern eines Kaminfeuers oder einer Kerze. Na gut.. es muss ja nicht gleich so schmalzig- romantisch werden, aber die Kuscheldecke auf dem Sofa, das schöne, große Rotweinglas auf Hochglanz poliert, da kann man sich doch auf den Abend freuen.

Und gerade solche Novemberabende sind perfekt für sinnliche Genussmomente. Voller Vorfreude war ich im Keller schauen...bisschen angestaubt die Flaschen, weil sie eine geraume Zeit nicht beachtet wurden. Macht aber gar nix. Nur ein wenig Geduld braucht es jetzt noch. Der Wein braucht jetzt auch erst mal ein wenig Wärme wie ich. Bitte wagen sie aber keine Experimente wie den Versuch in heißem Wasser die Temperaturen nach oben zu bekommen oder den Wein gar in der Mikrowelle zu erwärmen. (Die Idee, ihn mit unter die Kuscheldecke zu nehmen, hatte ich auch schon, 1.gibt es aber dazu noch keine ausreichenden Erfolgsinformationen im Feldversuch und 2. sieht es vielleicht ein wenig seltsam aus und kann verwunderte Blicke hervorrufen, sofern sie nicht allein sind).

Dem perfekten Procedere „Wie gehe ich mit zu kaltem oder zu warmen Wein um, was sind die richtigen Schritte um einen Wein auf den Trinkgenuss vorzubereiten“ widmen wir uns ein anderes Mal. Man kann das ja schließlich auch wissenschaftlich betreiben. Einigen wir uns darauf, dass der Wein einfach mal gut temperiert und offen ist.

Australien, Kängurus, roter Sand, Hitze, blauer Himmel und natürlich WEIN. Und was für einer! Ein 1st Step Shiraz von der Step Road Winery

Tiefdunkel, fast schwarz mit warmen roten Reflexen funkelt er mir entgegen. Aus dem Glas strömen betörende Veilchennoten und andere florale Noten entgegen, voll, weich und gut texturiert präsentiert er sich im Mund. Als Hauptaromen kann man Beerenfrüchte, reife Pflaumen und Anklänge von Zartbitterschokolade finden. Dieser Wein ist mit seinem starken Charakter seiner Kraft, dem unglaublichen Charme und der australischen Wärme einfach genial für einen solchen Genussmoment. Eben ein wahrer „first step“ (erster Schritt). Gönnen Sie sich dazu gern noch ein gutes Stück Schokolade oder Käse und vergessen Sie

Wem dieser Tropfen schon „zu viel“ des Guten hat (wir sind bei 14 % vol Alkohol), wer lieber etwas nicht ganz so Schweres bevorzugt oder wer einfach nach 2 Gläsern der spannenden TV Reportage noch folgen will, der sollte zu meiner zweiten Empfehlung greifen.

Dazu müssen wir gar nicht so weit reisen, Gutes liegt ja oftmals direkt vor der Haustüre.

Ich für meinen Teil könnte es, wenn es nicht so dunkel und neblig wäre sogar sehen: die Wackerbarth´schen Weinberge. Das sächsische Staatsweingut ist Produzent unserer Edition Elbflorenz, eine spezielle Cuvee, die nur für den Weinkontor Sachsen hergestellt wird. Das satte Rubinrot leuchtet im weichen Licht ganz wunderbar, leichte frische Kirscharomen steigen in die Nase. Samtig weich schmeichelt er am Gaumen, die Tannine sind gut eingebunden und lassen den Wein rund und ausgewogen wirken. Die Säure ist frisch und gut spürbar, man fühlt geradezu die sächsische Lebensfreude und Leichtigkeit. Wobei die Edition selber gar nicht so „leicht“ ist. Immerhin wartet sie auch mit % vol auf. Als Speisenbegleiter zu Wild kräftig gebratenem Fleisch aber auch zu Pasta Gerichten mit roten Saucen eignet sie sich hervorragend. Aber auch wenn Sie nicht gekocht haben, solo getrunken ist diese sächsische Rarität auch ein absolutes Vergnügen.

Sie wollen jemandem eine große Freude bereiten? Suchen noch DAS perfekte Weingeschenk?

Dann landen Sie mit diesem Wein sicher einen Volltreffer: Gefüllt in der typischen Sachsenkeule mit dem einzigartigen „Canalettoblick“ auf dem Etikett geschmückt ist die Edition Elbflorenz bestens geeignet Weinfreunde aus ganz Deutschland und der Welt zu begeistern.

Aber heute begeistern wir uns zunächst selber. Ich wünsche Ihnen trotz des Wetters einen schönen November, sammeln Sie Ihre persönlichen Farbtupfer und Wohlfühlmomente und gehen Sie mit einem Lächeln durch die Welt.

Mit einem ebensolchen Lächeln grüßt herzlichst

 

Ihre Irene Grusla